Wietmarschen erlebte seine Glanzzeit zwischen 1320 und 1489. Es erlangte vor allem durch seine Muttergottes-Statue Berühmtheit und ist auch heute noch ein Wallfahrtsort. 1544 widersetzten sich die Nonnen mit Erfolg der Reformation. Der wirtschaftliche Niedergang des Klosters war jedoch nicht aufzuhalten und 1675 wurde es durch den Fürstbischof von Münster, Christoph-Bernhard von Galen in ein hochadliges freiweltliches Damenstift umgewandelt.


Da das Bentheimer Land fast restlos reformiert worden war, fungierte das strikt katholische Kloster Wietmarschen als Versorgungsinstitut des katholischen westfälischen Adels.
Im Jahre 1808 erfolgte die restlose Auflösung des Stiftes und der Übergang des Vermögens in den Besitz des Fürsten zu Bentheim. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelten sich neben dem bereits bestehenden Dorfkern Einzelsiedlungen, die vor allem im nördlichen Teil der Gemarkung teilweise bis in das Hochmoorgebiet hineinwuchsen.
Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem 2. Weltkrieg wurden die Gebäude des Klosters Wietmarschen rings um die Wallfahrtskirche nach und nach abgerissen. Die Bewohner des "Stiftes" errichteten sich Eigenheime in den entstehenden neuen Wohngebieten.

Anfang der 70-er Jahre mußte der neben der Wallfahrtskirche stehende "Spieker" einer Straßenausbaumaßnahme weichen. Gegen Ende der 70-er Jahre haben die politisch Verantwortlichen dann ein Konzept entwickelt, die verbliebenen vier Stiftsgebäude rings um die Kirche vor dem Abriß zu retten und sie nach Restaurierung einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Mit erheblicher finanzieller Unterstützung des Landes Niedersachsen und des Landkreises Grafschaft Bentheim wurden von 1981 bis 1990 insgesamt 2,5 Millionen DM von der Gemeinde Wietmarschen investiert:
Bei der Restaurierung der Stiftsgebäude wurde die vorhandene historische Bausubstanz weitgehend erhalten.



Die 1989 renovierte Wallfahrtskirche wird jährlich von vielen tausend Wallfahrern aus nah und fern aufgesucht, um vor dem Gnadenbild unserer lieben Frau von Sünte Marienrode zu beten.

Vom Stift Wietmarschen aus sind auf kurzem Wege reizvolle Wanderwege durch den "Stiftsbusch" und "Eckelkamp" zu erreichen.

Das sogenannte "Packhaus" im Ortszentrum wurde 1996 durch die Gemeinde restauriert. Das Gebäude gehört ebenso wie das Hauptgebäude des Matthiasstiftes zur früheren Kornbrennerei Windus.
Heute wird das "Packhaus " insbesondere vom Heimatverein Wietmarschen als kleines örtliches Museum genutzt. Alte handwerkliche Berufe, historische Trachten, alte Karten sowie archäologische Funde werden hier vorgestellt. Interessierte Besucher können einen Besichtigungstermin vereinbaren. Anmeldungen nimmt die Gemeinde Wietmarschen entgegen.
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