Von 1854 bis 1874 gab es im Süden vom Stift Wietmarschen die Alexis-Eisen-Hütte, die nach ihrem wichtigsten Aktionär, dem Fürsten Alexis zu Bentheim und Steinfurt, benannt war. Bis zur Schließung war die Eisenerzhütte der größte Industriebetrieb und Arbeitgeber in der Grafschaft. Sie stellte aus dem von heimischen Arbeitern gebrochenen Rasenerz der sumpfigen Wiesen Gußeisen her. Es wurde als Stabeisen in das Ruhrgebiet geliefert oder zu Gußwaren verarbeitet. Thüringische Fachleute stellten die Sandformen her, in denen auf Bestellung vom einfachen Fensterrahmen über reich geschmückte Töpfe bis zu Monogramm-verzierten Herdplatten alles gegossen wurde.
In der 250 x 200 Meter großen Hüttenanlage wurden Dampfmaschinen und Hochöfen mit Torf und Holz geheizt und der zur Schmelze nötige Kalkstein wurde aus Rheine geholt.
In ihrem besten Jahr waren 160 Arbeiter beschäftigt, die 12.813 Tonnen Rasenerz brachen und daraus 1.709 Tonnen schmuckvolle Gußwaren und 3.607 Tonnen Stabeisen produzierten. Neben alteingesessenen Wietmarschern arbeiteten in der Hütte vor allem fachkundige Wanderabeiter - Hüttenarbeiter, Schmiede und Formenmacher - die aus stillgelegten Hütten im Harz in die Grafschaft gekommen waren.
Trotz aller Mühe wurden bei den hohen Transportkosten auf schlechten Wegen zur 16 km entfernten Bahn in Lingen keine Gewinne erzielt. 1870 legte ein neuer Besitzer, die Firma S. Elkan & Co. in Hamburg deshalb eine 90 cm breite "Pferde-Bahn" nach Elbergen bei Lingen an, aber die seit 1872 fallenden Preise für Eisen machten den Hüttenbetrieb unrentabel. Nach dem Bau der Kanäle links der Ems wurde der Transport per Schiff billiger und Rasenerz wurde von Elkan & Co. und der heimischen Firma Brinkers über den Nord-Süd-Kanal zur Reinigung von Stadtgas und zur Gewinnung von Farbe ins Ruhrgebiet verschifft.
Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Erz-Abbau in der Wietmarscher Feldmark endgültig eingestellt.
"Der Urbrecker" auf dem Marktplatz in Wietmarschen soll als Symbolgestalt an die Rasenerzförderung im Raum Wietmarschen erinnern. Die Gestaltung erfolgte durch den Künstler Dirk de Keyzer, Gent (Belgien). Gestiftet wurde sie von der Sparkassenstiftung für die Grafschaft Bentheim und anläßlich der Einweihung des neuen Marktplatzes in Wietmarschen am 28.08.1999 aufgestellt.
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