Integration
In unserem Kindergarten treffen Kinder
mit vielfältigen Interessen, Fähigkeiten und Erfahrungen aufeinander.
Das sind behinderte und nichtbehinderte Kinder; Kinder verschiedener Herkunft
und Kulturen mit individuellen Lebensgeschichten.
Wir sind der Überzeugung, daß Gott Kindern, wie allen Menschen, eine
unverwechselbare Würde schenkt und sie in ihrer Eigenständigkeit wertschätzt,
unabhängig von ihrem Alter, ihrem Entwicklungsstand, ihrer Herkunft oder
ihrer Behinderungen.
Deshalb sollen sie alle gemeinsam am alltäglichen Leben in unserem Kindergarten
teilhaben, sich weiter entwickeln, integriert werden.
Dieses Ziel fordert uns heraus, entsprechende
Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen zu schaffen.
Die Aufnahme in der integrativen Gruppe unseres Kindergartens ermöglicht
Kindern unserer Gemeinde, die mit Beeinträchtigungen verschiedenster Form
und Ausprägung leben müssen, eine wohnortnahe Erziehung, Förderung
und Bildung. Der Kontakt zu gleichaltrigen Kindern aus ihrem unmittelbaren Lebensbereich
kann erhalten, aus- bzw. aufgebaut werden.
Das Zusammenleben in der integrativen
Gruppe gibt allen Kindern die Chance, gemeinsam und von einander zu lernen.
Durch Begegnung mit Situationen, in denen Hilfe und Unterstützung nötig
sind, erleben Kinder den anderen mit seinen individuellen Eigenarten, Stärken
und Schwächen.
Einfühlungsvermögen, Hilfsbereitschaft und Toleranz werden zur sozialen
Herausforderung und entwickeln sich in besonderem Maße zum Bestandteil
gemeinsamer Lernerfahrungen.
In der integrativen Gruppe werden maximal 18 Kinder, davon 2 bis 4 mit erhöhtem Förderbedarf von zwei Erzieherinnen und einer Heilpädagogin betreut.
Der Rahmen des regionalen Konzeptes,
der das Einzugsgebiet der integrativen Gruppe festlegt, umfaßt die gesamte
Gemeinde Wietmarschen mit ihren Ortsteilen. So versteht sich die Heilpädagogin
auch als Ansprechpartnerin der Erzieherinnen aller Kindergärten unserer
Gemeinde.
Dieses große Einzugsgebiet der integrativen Gruppe bedeutet, daß
die Integrationskinder nicht in jedem Falle Kinder aus der Nachbarschaft in
der Integrationsgruppe vorfinden können.
Bei der Gruppenzusammensetzung achten wir deshalb besonders darauf, daß
jedes Kind Spielpartner vorfindet, die seinem Alter und Entwicklungsstand entsprechen.
Die Öffungszeit der integrativen Gruppe beträgt fünf Stunden täglich, während in den Regelgruppen die Kinder vier Stunden betreut werden.
So können wir durch die gute personelle und zeitliche Ausstattung gewährleisten, daß den besonderen Ansprüchen der Integrationskinder Rechnung getragen wird, Einzel - oder Kleingruppenförderung Platz finden und auch die Regel- Kindergartenkinder in dieser Gruppe zu ihrem Recht kommen können.
Der Kindergartenvormittag endet für die integrative Gruppe um 13:00 Uhr, so daß alle Kinder den Nachmittag in ihrer häuslichen Umgebung verbringen, dort spielen und Kontakte zu den Kindern der Nachbarschaft pflegen können.
Beeinträchtigungen von Kindern
machen bestimmte Hilfen erforderlich, die sich an den Bedürfnissen und
Fähigkeiten sowie der Gesamtentwicklung des Kindes orientieren.
Die Heilpädagogin erstellt einen individuellen Entwicklungsplan, der den
Entwicklungs- und Förderverlauf eines jeden Kindes beschreibt.
Er umfaßt eine eingehende Diagnostik, gezielte Beobachtungen, bei Bedarf
standardisierte Tests usw. Daraus ergibt sich eine individuelle Planung mit
Förderzielen und Fördermaßnahmen.
Förderplanung verstehen wir als fortlaufenden Prozeß, der dokumentiert,
weiterbegleitet und fortgesetzt wird.
Wir bemühen uns, den Familien
der Integrationskinder bei der Koordination von erforderlichen Therapiemaßnahmen
behilflich zu sein.
So kommt jede Woche ein Logopäde an einem Nachmittag in den Kindergarten
und die Ergotherapie-Praxis Andreas Nehrke, Neuenhaus, führt Therapiestunden
in unserem Kindergarten durch.
Ziel und Ansporn unserer Arbeit in der integrativen Gruppe, im Zusammenwirken mit den Familien und allen, die sich um die Kinder bemühen ist es, jedem Kind ein Leben nach seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten in sozialer Gemeinschaft zu ermöglichen.